Die Einführung einer „Abwrackprämie“ wird voraussichtlich dazu führen, dass die Zahl der Neuwagenkäufe (inkl. Tageszulassungen) im Jahr 2009 deutlich steigt. Neun Prozent der Verbraucher planen, in diesem Jahr einen Neuwagen zu kaufen – bei jedem Dritten geht der geplante Autokauf auf die Einführung der Abwrackprämie zurück. Profitieren wird vor allem das Kleinwagen-Segment. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von Ernst & Young unter 1.040 Verbrauchern in Deutschland.
Die große Mehrheit der Neuwagenkäufer – 63 Prozent – will sich für ein Auto eines deutschen Herstellers entscheiden. Bei den Befragten, die die „Abwrackprämie“ zum Autokauf veranlasst, stehen ebenfalls deutsche Hersteller hoch im Kurs: 56 Prozent wollen sich für ein deutsches Fabrikat entscheiden.
Die Abwrackprämie wird voraussichtlich vor allem im Kleinwagensegment die Autoverkäufe ankurbeln: Von den Verbrauchern, die aufgrund der Abwrackprämie den Kauf eines Neuwagens planen, will sich gut jeder zweite (57 Prozent) für einen Kleinwagen entscheiden und höchstens 15.000 Euro ausgeben. Insgesamt – unabhängig davon, ob die Abwrackprämie Kauf entscheidend ist oder nicht – liegt der Anteil der geplanten Kleinwagenkäufe nur bei 38 Prozent.
„Die Abwrackprämie wird die Pkw-Verkäufe deutlich ankurbeln – vor allem im Kleinwagensegment“, prognostiziert Peter Fuß, Partner bei Ernst & Young. „Profitieren werden vor allem deutsche Hersteller, und zwar die, die in diesem Segment attraktive Angebote machen können“.
„Die Abwrackprämie hat durchaus das Potenzial, den Verbrauchern den Autokauf wieder schmackhaft zu machen“, so Fuß weiter. „Es liegt nun an Herstellern und Händlern, die Vorlage der Bundesregierung aufzunehmen und die Verbraucher dazu zu bewegen, ihre Kaufabsichten auch wirklich umzusetzen“. Fuß fasst zusammen: „Die Abwrackprämie wird voraussichtlich dazu beitragen, die privaten Neuwagenkäufe zu stabilisieren. Ein weiterer Einbruch des Pkw-Absatzes ist sehr unwahrscheinlich. Wie sich allerdings die zweite Säule des Pkw-Marktes – die gewerblichen Pkw-Käufe – entwickeln, steht auf einem anderen Blatt“.
Insgesamt haben sich die Präferenzen der Verbraucher in den vergangenen Jahren deutlich verschoben. Zwar spielen nach wie vor die Faktoren Sicherheit und Qualität beim Autokauf die wichtigste Rolle. Deutlich an Bedeutung verloren haben aber Themen wie Design, Größe und Komfort. Deutlich stärker als noch vor zwei Jahren achten die Verbraucher auf den Verbrauch und die Umweltfreundlichkeit des Neuwagens.
Rabatte werden zur Selbstverständlichkeit
Die große Mehrheit – 89 Prozent – der Neuwageninteressenten erwarten einen Preisnachlass – dabei gehen 45 Prozent davon aus, dass sie einen Nachlass von mindestens zehn Prozent erhalten. Preisnachlässe, Sonderaktionen, Preisvorteile, kostenlose Zusatzausstattungen oder attraktive Finanzierungsangebote – fast alle Automobilhersteller versuchen derzeit, die Kunden mit besonders günstigen Angeboten zum Autokauf zu bewegen. „Die Verkaufsförderungsmaßnahmen werden immer aggressiver“, stellt Fuß fest. Auf die sinkende Nachfrage reagieren die Hersteller mit immer höheren Rabatten. Die gewährten Preisnachlässe gehen letztlich natürlich auf Kosten der Marge“, so Fuß. „Ohne Rabatt wird kaum noch gekauft“.
Wenn Rabatte nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sind, gewöhnen sich die Kunden daran, dass sie beim Autokauf massive Preisnachlässe erhalten. Genau dieser Effekt ist laut Fuß inzwischen eingetreten: „Die Verbraucher wurden quasi dazu erzogen, Normalpreise nicht mehr zu akzeptieren. Aus dieser Rabattfalle wird die Autoindustrie nur schwer herauskommen.“ Derzeit sei dies allerdings die geringste Sorge der Automanager, so Fuß: „Im Augenblick wird alles getan, um die Kunden wieder zum Autokauf zu animieren – auch wenn das massiv auf Kosten der Marge geht“.
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